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Medienmitteilung: Zivildienstleistender an der Volksschule Davos

Die Volksschule Davos beschäftigt seit Januar 2018 einen Zivildienstleistenden im Bereich Klassenassistenz und Kinderbetreuung. Als zusätzliche Unterstützung im Klassenzimmer, auf Schulreisen oder am Mittagstisch ist der Zivi sowohl bei Lehrpersonen wie auch bei Schülerinnen und Schülern eine begehrte Person. Die Schule Davos, welche sich vor gut einem Jahr als erste Schule im Kanton Graubünden als Einsatzbetrieb angemeldet hat, zieht nach fünf Monaten eine positive Bilanz mit dem Zivi-Einsatz.

Montag um 8.15 Uhr, der Gong ertönt und die Deutschstunde beim Klassenlehrer Silvan Nater beginnt. Die Erstklässler sitzen auf ihren Plätzen und lösen eine Aufgabenstellung von Herrn Nater. Ein Schüler streckt auf und Sebastian Fernandes, der Zivildienstleistende, hilft ihm bei der Aufgabe, während der Klassenlehrer bereits bei einem anderen Schüler Erklärungen abgibt. 11.45 Uhr – Mittagszeit. Zwischen 20 und 30 hungrigen Kindern wird das Mittagessen geschöpft. Nach dem Essen verbleibt etwas Zeit, um Hausaufgaben zu lösen oder auf dem Pausenplatz zu spielen. „Cool – Sebastian hilft beim Fussballspielen mit!“ wird gerufen, und gleichzeitig nimmt der Zivi die Betreuungsaufgabe wahr.

Das sind mögliche Sequenzen aus der Tätigkeit des Zivis. Seit dem 2. Januar 2018 befindet sich Sebastian Fernandes aus Klosters an der Schule Davos im Zivildiensteinsatz. Seine Haupttätigkeit liegt in der Funktion als Klassenassistenz in den verschiedensten Fächern, wie beispielsweise Deutsch, Mathematik, Werken oder Hauswirtschaft, sowie in der Kinderbetreuung in der Hausaufgabenhilfe, am Mittagstisch und in den Schulferien. Ungefähr einen Tag lang unterstützt er die Hauswarte bei ihrer Arbeit im und ums Schulhaus. Da Sebastian Fernandes aus einem handwerklichen Beruf kommt, weiss er auch bei diesen Arbeiten bestens anzupacken. Zurück bei den Kindern zeichnet ihn seine menschliche, hilfsbereite und motivierte Art aus, um mit den Herausforderungen im Klassenzimmer oder in der Betreuung bestens umgehen zu können.

Die Unterstützung des Zivis im Unterricht kommt direkt dem Kind zugute

An der Schule Davos blickt man auf die ersten fünf Monate Zusammenarbeit mit dem Zivi zurück und zieht eine positive Bilanz was die Zusammenarbeit zwischen der Schulleitung, den Lehrpersonen und den Betreuungspersonen betrifft. „Sebastian ist ein Macher, er sieht die Arbeit sofort. Sei dies beim Ordnung machen nach dem Werkunterricht oder bei der Unterstützung der Kinder im Unterricht“, so Silvan Nater. Es gebe immer wieder Kinder, die eine engere Führung brauchen, und gerade bei einer grossen Klasse, wie seine aktuell ist, weiss der Lehrer die Unterstützung des Zivis im Unterricht sehr zu schätzen. Dabei genüge es oftmals schon, wenn sich Sebastian neben ein Kind setze, ihm einen Denkanstoss zu einer Aufgabe geben kann oder ihm ein Kompliment macht. Das motiviert den Schüler und so kommt die Tätigkeit des Zivis direkt den Kindern zugute.

Und welche Erfahrungen hat der Zivi selber bisher gemacht? „Die Arbeit ist total anders als in meinem vorherigen Beruf. Der Umgang mit den Kindern ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Das Erlernte aus den Kursen konnte ich in der Arbeit mit den Kindern anwenden und vertiefen“, erzählt Sebastian Fernandes. Zivildienstleistende müssen vor ihrem langen Einsatz entsprechend ihrer Tätigkeit Kurse besuchen, in diesem Fall besuchte er Kurse zur Thematik der Kinderbetreuung. Die meiste Zeit seines Einsatzes an der Schule Davos verbringt Sebastian Fernandes in der Klasse von Silvan Nater. Mit diesen Schülerinnen und Schülern hat er bis jetzt auch am meisten erlebt, drinnen und draussen: Als sie anlässlich einer Exkursion im Wald waren, hat er ihnen gezeigt, wie man mit einem Grashalm pfeifen kann. Es sei schwierig, typische Hauptaufgaben einer Lektion zu definieren, meint er, und fügt an: „Je nach Tagesprogramm sind meine Aufgaben sehr individuell. Wichtig ist, dort anzupacken, wo es gefragt ist. Das ist meistens bei einzelnen Kindern, welche besondere Unterstützung brauchen.“ So ist oftmals auch viel Geduld gefragt, wenn eine Aufgabe zwei- oder dreimal erklärt werden muss – aber er sei ein sehr geduldiger Mensch. Und ja, er könne einen Zivildiensteinsatz an einer Schule sehr empfehlen.

Einen Zivildienstleistenden aufzunehmen, war in der Schulleitung bereits vor wenigen Jahren ein Thema. Im Juni 2017 entschloss man sich, die Schule Davos als Einsatzbetrieb anzumelden. Es folgten kurz darauf die ersten Bewerbungen von Zivildienstleistenden und per Januar 2018 konnte schliesslich Sebastian Fernandes angestellt werden. Welche Bilanz zieht die Schulleitung heute daraus? Dazu Martin Flütsch, Hauptschulleiter: „Bereits bei der Besprechung mit der Zivildienststelle erhielten wir die Information, dass Zivildienstleistende sehr motiviert wären, in der Schule zu arbeiten. Diese Aussage hat sich mehr als bestätigt und Herr Fernandes stellt für unsere Schule und insbesondere für unsere Schüler einen grossen Mehrwert dar. Auch die Akzeptanz bei den Eltern wurde erlangt.“

Zivis im Schulwesen seit 2016

Seit Mitte 2016 haben Zivis die Möglichkeit, Dienst im Schulwesen zu leisten. Immer mehr Schulen haben sich seither als Einsatzbetrieb anerkennen lassen. Warum setzen sie Zivis ein und welche Erfahrungen machen sie mit ihnen? Vom Schulpsychologischen Dienst über die Lehrperson bis zum Schulleiter haben alle sehr viel zu tun. Jede Unterstützung ist daher willkommen, umso mehr, wenn die Person so flexibel eingesetzt werden kann. Laut einer Evaluation von Zivi-Einsätzen an Zürcher Schulen sind die befragten Personen (weisungsberechtigte Personen, Lehr- und Betreuungspersonen sowie Zivildienstleistende) mit den Einsätzen insgesamt sehr zufrieden. Der Aufwand sei im Verhältnis zum hohen Nutzen gering. Die Zusammenarbeit zwischen Schulteam und Zivis sei insgesamt sehr gut. Seitens Schülerinnen und Schülern sowie Eltern sei die Akzeptanz insgesamt hoch. Die Herausforderungen beträfen insbesondere die Klärung der Rolle des Zivis (z. B. Nähe-Distanz zu den Schülerinnen und Schülern) und die Klärung der Erwartungen des Schulpersonals gegenüber den Zivis.

Diese Herausforderungen galt bzw. gilt es auch in der Schule Davos zu meistern: Wer kann und darf dem Zivi Aufgaben abtreten? Wer darf ihn für seinen Unterricht beanspruchen? Die verschiedenen Tätigkeiten in der Klasse, in der Kinderbetreuung und in der Hauswartschaft zu vereinbaren, ist eine gar nicht so einfache Planung bei einer Schule mit rund 130 Lehrpersonen. Schliesslich soll dem Zivi ein Einsatzplan für eine ganze Woche vorgelegt werden können, mit welchem er die Soll-Arbeitsstunden erreichen kann. In der Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer oder mit der Mittagstischbetreuerin mussten sich beide Parteien zuerst finden und die Aufgaben klar absprechen. Weiter galt es, die Rolle des Zivis gegenüber den Kindern klarzustellen. Auch der Zivi ist eine Respektsperson, darf bei einem Streit zwischen Kindern einschreiten und mit ihnen ins Gespräch kommen, um Lösungen für einen besseren Umgang miteinander zu finden. Auch er soll ein Kind für eine mit Bravour gelöste Aufgabe loben und motivieren, darf bei einem Spiel im Turnunterricht mitwirken – und sollte dabei immer die nötige Distanz wahren.

Wie dem Geschäftsbericht der Vollzugsstelle für den Zivildienst zu entnehmen ist, haben in vielen Kantonen Schulen damit begonnen, Einsatzplätze zu schaffen und Zivis einzusetzen. Dass Einsätze im Schulwesen „Schule machen“, liegt auch daran, dass Zivis vielfältig eingesetzt werden können, und dabei die Unterstützung im Unterricht zentral bleibt. Zivis ermöglichen somit nicht nur, dass sich die Lehrperson auf ihre Kernaufgaben konzentriert. Sie können darüber hinaus eine wichtige männliche Bezugsperson für Schülerinnen und Schüler sein. Und ihr Einsatz hat eine gesellschaftlich positive Folgewirkung. Denn indem Zivis auch die Betreuung beispielsweise am Mittagstisch oder im Hort unterstützen, leisten sie einen Beitrag zur ganztägigen Kinderbetreuung; das erleichtert es den Eltern, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und diese mit der Familie zu vereinbaren.

Beat W. Zemp, Zentralpräsident des LCH Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz äussert sich im Geschäftsbericht wie folgt dazu: „Ich habe bisher fast nur positive Rückmeldungen erhalten, was mich sehr freut. Die wenigen negativen Rückmeldungen betrafen die fragliche Eignung einzelner Zivis. Besonders erfreulich ist, dass einige Zivis offenbar ihre pädagogische Begabung entdecken und später an die PH gehen, was den Männeranteil erhöht.“ Dies wird auch vom Leiter des zuständigen Zivildienst Regionalzentrums Rüti ZH, Matthias Müller, so bestätigt. Dass Sebastian Fernandes die Arbeit im Schulalltag so gut gefällt und er sich auch schon überlegt hat, später vielleicht Lehrer zu werden, kommt also nicht von ungefähr.

Als Zivildienstleistender eignet sich selbstverständlich nicht jeder Kandidat, welcher sich als Zivi bei einer Schule bewirbt. Die Schule tut sich daher gut daran, genauso seriös die Wahl eines Zivis vorzunehmen, wie dies auch beim Lehrpersonal üblich ist. Für die Volksschule Davos ist klar, dass sie auch in Zukunft Zivis beschäftigen möchte – die gemachten positiven Erfahrungen haben gezeigt, dass der Zivi-Einsatz gewinnbringend und wertvoll ist, und gleichzeitig soll damit einem jungen Menschen die Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem sozialen Bereich vertraut zu machen. Schulen, die sich für eine Anerkennung als Einsatzbetrieb des Zivildienstes interessieren, können sich bei der Vollzugsstelle für Zivildienst unter www.zivi.admin.ch informieren.

 

Publikationen:

https://www.zivi.admin.ch/zivi/de/home/dokumentation/publikationen/broschueren-und-flyer.html

 


Individuelle Betreuung: Zivi Sebastian Fernandes gibt einer Schülerin einen Input bei der Matheaufgabe.
Individuelle Betreuung: Zivi Sebastian Fernandes gibt einer Schülerin einen Input bei der Matheaufgabe.

Datum der Neuigkeit 21. Juni 2018

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