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Medienmitteilung: Lufthygienischer Bericht 2017-2018 der Gemeinde Davos

Die Luftqualität in Davos wird durch lufthygienische Messungen ermittelt. Die Daten der Messstationen von Bund und Kanton werden alle zwei Jahre zu ihrer Beurteilung herangezogen. Als Folge des Diesel-Abgasskandals ist die Luft wieder stärker zum Thema geworden. Die persönliche Betroffenheit über das eigene Auto hat dazu geführt, dass wir vermehrt über Abgasnormen, Abgasbehandlungssysteme und Grenzwerte reden. Aus aktuellem Anlass wurden einige Zusammenhänge und Aussagen zu diesen Themen im aktuellen lufthygienischen Bericht behandelt. Trotz der festgestellten Probleme bei den Abgasen von dieselbetriebenen Personenfahrzeugen ist die Luftqualität im Zentrumsgebiet von Davos – mit wenigen Ausnahmen – gut. Ausserhalb des Siedlungsbereichs ist die Luft in der Regel nur sehr schwach belastet.

Diesel-Abgasskandal und Luftbelastung

Im September 2015 wurde bekannt, dass für die Zulassung von gewissen dieselbetriebenen Personenfahrzeugen die Motorensoftware manipuliert wurde, sodass die Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand die geforderten tiefen Abgaswerte eingehalten haben und nicht im Realverkehr. Für Deutschland ermittelte das Bundesumweltamt 2017 Diskrepanzen zwischen dem jeweils gelten-den Grenzwert für NOX und dem tatsächlichen Ausstoss von +170 % (Euro 4), +403 % (Euro 5) und +534 % (Euro 6). Das Amt für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) hat in seinem Jahresbericht Luft von 2017 einige dieser Betrugswege aufgezählt. Gemäss der Fachstelle muss davon ausgegangen werden, dass im Kanton Graubünden – aufgrund der Software-Einstellungen – die Abschaltung der Abgasreinigung die Regel war oder noch immer ist. Mit Korrekturen bei den Einstellungen, neuen Anforderungen und Prüfverfahren, die sich am realen Fahrbetrieb ausrichten, versucht man heute, den Ausstoss zu reduzieren und Umgehungen bei der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen zu verhindern.

Luftqualität gut, aber nicht immer gut genug

Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich die Stickstoffdioxidbelastung trotz kontinuierlich strengeren Abgasnormen bei den dieselbetriebenen Fahrzeugen seit Jahren nicht verbessert hat (siehe Abbildung). Die Auswertung der Jahresbelastung für 2017 und 2018 bestätigt diesen Trend. Die Erklärung, dass die Zunahme der Fahrleistungen die ergriffenen Reduktionsmassnahmen jeweils kompensiert hat, wurde durch den Abgasskandal grösstenteils widerlegt.

Zufriedenstellend ist die Feststellung, dass die in der Luftreinhalteverordnung (LRV) festgelegten Jahresmittelgrenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub weiterhin deutlich unterschritten werden. Weniger angenehm ist, dass die kurzzeitige Spitzenbelastung für Stickstoffdioxid in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. Diese lag in den letzten zwei Jahren mit durchschnittlich fünf Grenzwertüberschreitungen über dem Mittelwert der letzten zehn Jahre. Auch die höchsten gemessenen NO2-Tagesmittelwerte lagen mit 109 bzw. 105 Mikrogramm deutlich über dem Tagesmittelwert von 80 Mikrogramm pro Kubikmeter (siehe Abbildung).

Kaltluftsee, Hockdruckwetter und viel Verkehr

In den kalten Wintermonaten kommt es im Landwassertal zur Ausbildung eines Kaltluftsees. Besonders ausgeprägt ist dieser bei strahlend blauem Himmel, also bei Hochdruckwetter und schwachen Winden. An solchen Tagen führt insbesondere viel Verkehr zu einem markanten Anstieg der Luftwerte. Bis 2007 wurden in Davos die höchsten Tagesmittelwerte für Stickstoffdioxid immer zwischen Weihnachten und Neujahr gemessen. Seither sind die Spitzenwerte für Stickstoffdioxid allesamt zwischen dem 20. und dem 30. Januar gemessen worden und sind somit dem WEF-Jahrestreffen zuzuordnen. Während des Jahrestreffens 2019 wurden jedoch keine Grenzwertüberschreitungen beim NO2 gemessen, dies trotz – lufthygienisch gesehen – ungünstigen Wetterbedingungen.

Feinstaub- und Ozonwerte zeigen Fortschritte

Beim Feinstaub wurden auch 2017 und 2018 die höchsten Werte nach dem Silvesterfeuerwerk gemessen. Weil die LRV eine Grenzwertüberschreitung pro Jahr toleriert, wurden beim Feinstaub in den letzten zwei Jahren alle festgeschriebenen Grenzwerte eingehalten. Auch über die Ozonbelastung gibt es Erfreuliches zu berichten, denn obwohl der Sommer 2018 einer der wärmsten seit Messbeginn war, wurde in Davos eine deutlich tiefere Ozonbelastung gemessen als im Sommer 2003. Ausschlaggebend für diesen Unterschied könnten die vielen abendlichen Wärmegewitter gewesen sein, die es im Sommer gab. Seit 2004 ist somit bei der Ozon-Spitzenbelastung ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen.

Neuer Messstandort an der Promenade

Bis 2018 wurde die Luftbelastung an den drei Standorten Davos-Seehorn, Davos-Matta und Davos-Promenade (Arkaden) gemessen. Seit August 2018 wird die lufthygienische Belastung am Bubenbrunnenplatz gemessen. Die Verlegung der Messstation an einen anderen Standort an der Promenade steht in Zusammenhang mit dem Bau des neuen Ortszentrums Arkaden.

PS: Kohlendioxid (CO2) ist – weil nicht gesundheitsbeeinträchtigend – kein Luftschadstoff und deshalb nicht Gegenstand lufthygienischer Messungen. CO2 ist ein Nebenprodukt der Zellatmung, der Verbrennung oder des Zerfalls organischer Substanz. CO2 ist jedoch auch ein bedeutendes Treibhausgas und daher klimarelevant. Deshalb soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass wenn wir – im Sinne des Klimaschutzes – auf fossile Energieträger (Brenn- und Treibstoffe) verzichten bzw. diese folgerichtig ersetzen, auch die Lufthygiene spürbar besser wird.


NO2-Belastung in Davos
 

Dokument Gemeinde Davos, Lufthygienischer Bericht 2017-2018 (pdf, 959.6 kB)


Datum der Neuigkeit 21. Feb. 2019

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