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22.06.2021 11:57:47


Jahresrechnung 2020 beeindruckt mit rekordhohen Investitionen

Der Kleine Landrat hat anlässlich seiner Sitzung vom 8. Juni 2021 die Jahresrechnung 2020 zur Genehmigung an den Grossen Landrat verabschiedet. Insbesondere zusätzliche Steuererträge führten im Vergleich zum Budget zu einer höheren Selbstfinanzierung. Trotz rekordhoher Nettoinvestitionen von über 43 Mio. Franken sind die Darlehensschulden nicht angestiegen.

Die Erfolgsrechnung der Gemeinde Davos schliesst im Jahr 2020 abermals sehr positiv ab. Für das Jahr 2020 resultiert ein Ertragsüberschuss von 13'444'487.50 Franken. Das operative Ergebnis liegt bei 12,9 Mio. Franken, was den budgetierten Wert um rund 2,8 Mio. Franken übersteigt. Wie schon mit den Budgets 2020 und 2021 kommuniziert, wird auf Zusatzabschreibungen oder auf die Bildung bzw. Erhöhung von Vorfinanzierungen verzichtet.

Der Gesamtertrag 2020 von 127,4 Mio. Franken hat sich im Vergleich zum Budget 2020 um 5,2 Mio. Franken bzw. um 4,2 % erhöht. Der grösste Anstieg gegenüber dem Budget ist bei den Steuererträgen zu verzeichnen, die um rund 4,4 Mio. Franken bzw. um 6,4 % höher ausfielen als veranschlagt. Dies ist hauptsächlich auf hohe Nachträge aus den Vorjahren für Einkommenssteuern sowie auf die Handänderungssteuern zurückzuführen. Damit konnte der Rückgang bei schneller auf einzelne Ereignisse reagierenden Steuerarten wie beispielsweise Quellensteuern (-0,4 Mio. Franken, insbesondere wegen Covid-19) mehr als kompensiert werden. Pandemiebedingt sind auch die Entgelte tiefer als budgetiert ausgefallen, vor allem in den Bereichen Verkehrsbetrieb, Hallenbad und Parkplätze mit Mindererträgen von total rund 0,7 Mio. Franken im Vergleich zum Budget.

Der Gesamtaufwand 2020 von beinahe 114 Mio. Franken liegt um 2,4 Mio. Franken bzw. um 2,2 % über dem Budget. Rund 1,2 Mio. Franken der Abweichung sind direkt auf Covid-19 zurückzuführen. Zudem entstand wie in den Vorjahren Mehraufwand durch sehr hohe Schneeräumungskosten, durch höhere Einlagen in Spezialfinanzierungen/Fonds sowie durch die Wertberichtigung der Beteiligung an der Spital Davos AG.

In der Investitionsrechnung 2020 sind bei Ausgaben von rund 50,3 Mio. Franken und Einnahmen von rund 6,8 Mio. Franken Nettoinvestitionen in das Verwaltungsvermögen von 43,5 Mio. Franken zu verzeichnen. Dies ist der höchste Wert seit mindestens 1961, und der letztjährige Spitzenwert von 34,3 Mio. Franken konnte nochmals bei Weitem übertroffen werden. Die für 2020 budgetierten Nettoinvestitionen wurden zu über 96 % ausgeschöpft. Dies stellt in Anbetracht der Einschränkungen durch Covid-19 und der jahreszeitbedingt kürzeren Bausaison allen Beteiligten einen sehr grossen Leistungsausweis aus. In fünf verschiedenen Aufgabenbereichen wurden jeweils mehr als 5 Mio. Franken investiert, nämlich in den Bereichen Bildung, Kultur/Sport/Freizeit, Verkehr, Umweltschutz/Raumordnung (insbesondere Wasser und Abwasser) sowie Volkswirtschaft/touristische Infrastrukturen. Die breit gefächerte Investitionstätigkeit ist ein deutliches Zeichen, dass sich Davos für Bevölkerung und Gäste spürbar und in vielfältiger Weise modernisiert und weiterentwickelt.

Aus der Jahresrechnung 2020 ergibt sich eine Selbstfinanzierung von rund 26,3 Mio. Franken (Vorjahr: 26,0 Mio. Franken). Der für die Beurteilung der Finanzlage wichtige Selbstfinanzierungsgrad beträgt rund 60,5 % (Budget 2020: 51 %, Vorjahr 76 %). Für die sachgerechte Beurteilung ist allerdings die mittel- bis langfristige Entwicklung miteinzubeziehen. Im 5-Jahres-Durchschnitt von 2016 bis 2020 liegt der Selbstfinanzierungsgrad bei 103 %, im 10-Jahres-Durchschnitt gar bei rund 119 %. Der für das Jahr 2020 resultierende Finanzierungsfehlbetrag als Folge der hohen Investitionen wird mehr als kompensiert durch Finanzierungsüberschüsse in den Jahren 2012 bis 2018.

In den Jahren von 2013 bis 2019 wurden Amortisationen von total über 35 Mio. Franken geleistet, also rund 26 % der Darlehensschulden per 31. Dezember 2012. In Anbetracht von Covid-19 sowie der laufenden und der bevorstehenden Investitionen wurde auf eine weitere Rückzahlung von Darlehen verzichtet. Stattdessen wurde durch eine langfristige Refinanzierung von 13 Mio. Franken mit einer festen Laufzeit von 15 Jahren sichergestellt, dass die Gemeinde noch sehr lange vom nach wie vor tiefen Zinsniveau profitieren kann. Der Stand der Darlehensschulden beläuft sich per Ende 2020 analog Vorjahr auf rund 98,7 Mio. Franken. Es ist sehr erfreulich, dass die Zielsetzung "Darlehensschulden unter 100 Mio. Franken" bei gleichzeitig sehr hoher Investitionstätigkeit im Jahr 2019 erreicht und im Jahr 2020 gehalten werden konnte.

Ausblick

Die Nettoinvestitionen werden im Jahr 2021 wegen des Abschlusses einzelner Grossprojekte nochmals sehr hoch sein (Budget 2021: 33,5 Mio. Franken). Die Selbstfinanzierung wird nun in den Jahren 2021 und 2022 und möglicherweise auch im Jahr 2023 Covid-19 bedingt wahrscheinlich tiefer ausfallen, insbesondere wegen der zeitlichen Verzögerungen im schweizerischen System der direkten Steuern und wegen der Möglichkeit der Verlustverrechnung. Die weiterhin sehr hohen Investitionen können auch deswegen nicht vollständig aus dem Cash Flow finanziert werden, so dass die Flüssigen Mittel in den nächsten Jahren nochmals abnehmen werden.

Die finanziellen Folgen von Covid-19 lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt wie beim Bund und beim Kanton nicht genau abschätzen. Die weitere Entwicklung der Gemeindefinanzen muss deshalb sehr wachsam verfolgt werden. Mit seinen Legislaturzielen zeigte der Kleine Landrat auf, dass er – auch zur Schaffung von Perspektiven nach der Pandemie – gewillt ist, die Vorwärtsstrategie der vergangenen Jahre weiterzuverfolgen. Wie bis anhin ist vorgesehen, mittel- bis langfristig eine steuerliche Entlastung zu prüfen. Selbstverständlich muss dazu die Entwicklung in den nächsten Jahren berücksichtigt werden und die Finanzierung wichtiger Zukunftsprojekte wie das Generationenprojekt rund um den Bahnhof Dorf möglich bleiben, ohne den Finanzhaushalt aus dem Lot zu bringen.

Die Gemeinde soll auch zukünftig in der Lage sein, Beiträge für attraktive Anlässe zu leisten. Und nicht zuletzt sollen die regionale Wirtschaft, aber auch die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Davoser Gäste von einer weiterhin hohen und breit gefächerten Investitionstätigkeit profitieren können.

Darüber hinaus hat die Gemeinde für eine ausgewogene Entwicklung im Sinne der langfristigen Zielsetzungen unserer Verfassung (Präambel) zu sorgen und weitere wichtige Aufgaben zu erfüllen, zum Beispiel in den Bereichen Alter und Pflege, öffentliche Sicherheit, Raumplanung, Verkehr, Soziales, Umwelt- und Landschaftsschutz oder Waldwirtschaft.


Dokumente Medieninformation zur Jahresrechnung 2020 (Präsentation) (pdf, 1735.2 kB)
Jahresrechnung 2020 (pdf, 774.0 kB)


Datum der Neuigkeit 10. Juni 2021
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