20. August 2026
Die Gemeinde Davos führt auf das WEF-Jahrestreffen 2028 ein neues Verkehrskonzept ein. Ein temporäres Teilfahrverbot soll den Individualverkehr deutlich reduzieren, Strassen entlasten und Stau abbauen, sowie den öffentlichen Verkehr stärken.

Verkehr stösst an Grenzen

Seit über fünf Jahrzehnten ist Davos Gastgeber des WEF-Jahrestreffens. Während die Zahl der offiziellen WEF-Teilnehmenden in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben ist, hat die Anzahl von Begleitveranstaltungen, Unternehmensauftritten und internationalen Delegationen kontinuierlich zugenommen. Dadurch halten sich während des WEF-Jahrestreffens heute deutlich mehr Personen in Davos auf, als noch vor einigen Jahren. Die Folge sind erhebliche Belastungen für die Verkehrsinfrastruktur. Insbesondere der motorisierte Individualverkehr mit Limousinen, Taxis und diversen Fahrdiensten hat stark zugenommen. Während des WEF-Jahrestreffens prägen zunehmend lange Staus das Ortsbild. Davon betroffen sind nicht nur Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste und WEF-Teilnehmende, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel, Blaulichtorganisationen und die Schneeräumung.

Trotz zahlreicher Optimierungsmassnahmen in den vergangenen Jahren wie zusätzlichen Parkplätzen, verstärkte Verkehrslenkung, neue Buslinien, Einführung von Shuttlezügen der Rhätischen Bahn und Erstellung eines temporären Bahnhofes, Zeitfenster für Lieferanten sowie Verbesserungen bei der Signalisation und Verkehrslenkung konnte die Verkehrssituation nicht verbessert werden. Nach Einschätzung der Gemeinde und des Kantons wird sich das Problem ohne weitergehende Massnahmen künftig weiter verschärfen.

 

Neues Verkehrskonzept

Vor diesem Hintergrund haben die Gemeinde Davos, Vertreter des Kantons Graubünden, der Kantonspolizei, des World Economic Forum, der Davos Destinations-Organisation sowie der Rhätischen Bahn gemeinsam ein neues Verkehrskonzept erarbeitet. Kernstück des Konzepts ist ein temporäres Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder während der Haupttage des WEF-Jahrestreffens. Es gilt von Montag 05.00 Uhr bis Donnerstag, 12.00 Uhr auf dem Gebiet der Gemeinde Davos, voraussichtlich zwischen Davos Laret und Davos Glaris.

Vom Fahrverbot ausgenommen sind Motorfahrzeuge, welche über eine entsprechende Fahrbewilligung verfügen. In erster Linie erhalten eine solche Bewilligung die einheimische Bevölkerung sowie das ortsansässige Gewerbe und Lieferanten, solange die Fahrten nicht dem Zweck des gewerbsmässigen Personentransports dienen. Auch für Fahrten von externen Unternehmen und Lieferanten kann eine Ausnahmebewilligung beantragt werden, sofern die Fahrten nicht dem gewerbsmässigen Personentransport dienen.

 

Stärkung des öffentlichen Verkehrs

Der öffentliche Verkehr soll zudem stark ausgebaut werden. Die Reduktion des Individualverkehrs schafft die Voraussetzungen für einen leistungsfähigeren öffentlichen Verkehr auf der Strasse, zuverlässigere und kürzere Fahrzeiten und eine bessere Nutzung der verfügbaren Transportkapazitäten. So ist vorgesehen, die temporäre Bahnstation «Davos Kongress/Eisstadion» zu verlängern und die Kapazitäten der RhB-Züge stark zu erhöhen sowie auch während der Nacht aufrecht zu erhalten. Der seit Jahren bestehende Transportbetrieb für offizielle WEF-Teilnehmende soll weitergeführt und ausgebaut werden. Zudem werden die Kapazitäten der Verkehrsbetriebe Davos mit einem angepassten Betriebskonzept erhöht und mit einem ausgebauten und auf individuelle Fahrbedürfnisse angepassten On-Demand-Angebot ergänzt.

 

Bisheriges und weiteres Vorgehen

Die Gemeinde Davos hat bei der Regierung des Kantons Graubünden das neu erarbeitete Verkehrskonzept eingereicht und den Antrag gestellt, während des Jahrestreffens des World Economic Forum ein zeitlich befristetes Teilfahrverbot auf den Kantons- und Durchgangsstrassen im Gemeindegebiet einführen zu können. Konzept und Antrag wurden von der Kantonsregierung genehmigt.

Auch der Kleine Landrat hat das Verkehrskonzept genehmigt. Die bestehende Arbeitsgruppe Verkehr wird die Detailplanung und die Umsetzung weiter vorantreiben. Um das Konzept wirkungsvoll umsetzen zu können, sind weitere gesetzliche Bestimmungen notwendig. Diese sind derzeit in Erarbeitung und müssen vom Davoser Parlament erlassen werden.

Aufgrund der erheblichen organisatorischen und technischen Aufwände ist die Umsetzung auf das WEF-Jahrestreffen 2028 geplant. Bereits auf das Jahrestreffen 2027 soll jedoch das Angebot der Rhätischen Bahn tagsüber und neu auch in der Nacht ausgebaut werden.

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