Die Um- und Neustrukturierung von Gebieten in der Gemeinde Davos stehen ganz im Zeichen der qualitativen Innenentwicklung. Die Verschiebung des Bahnhofs und die damit verbundene Neugestaltung der Ortszentrum Davos Dorf oder die Arealentwicklung des leerstehenden Valbella Areals.

Ende 2004 schloss die Höhenklinik Valbella ihre Tore. Nach fast zwei Jahrzehnten des Leerstands und mehreren gescheiterten Anläufen zur Arealentwicklung erarbeiten die Gemeinde Davos, die Regionalentwicklung Prättigau/Davos und die Eigentümerin der Liegenschaft nun gemeinsam ein umsetzbares Projekt für das Areal.

Valbella
Ende 2004 schloss die Höhenklinik Valbella ihre Tore. Nach fast zwei Jahrzehnten des Leerstands und mehreren gescheiterten Anläufen zur Arealentwicklung soll nun ein umsetzbares Projekt erarbeitet werden. Die Gemeinde Davos, die Regionalentwicklung Prättigau/Davos und die Eigentümerin der Liegenschaft (Immobiliendienstleisterin HRS Real Estate AG) haben sich dazu entschlossen, gemeinsam eine Arealstrategie zu entwickeln.

Ziel ist eine Arealentwicklung, die sowohl den Anforderungen der Eigentümerin als auch den Interessen der Gemeinde gerecht wird. Die Regierung der Gemeinde (Kleiner Landrat) hat dem ergebnisoffenen Vorgehen seine Unterstützung zugesichert. Die Arbeiten an der Arealentwicklung Valbella können damit ohne Zeitverzug starten. Bis Ende 2022 soll die Arealstrategie inklusive Machbarkeitsprüfung abgeschlossen sein. Die Bevölkerung wird über wichtige Zwischenergebnisse informiert.

Einklang mit den Richtplänen
Aktuell finden Anpassungen des kantonalen sowie des regionalen Richtplans statt. Die Richtpläne binden die kommunalen und kantonalen Behörden bei ihren Entscheiden zu Projekten. Mit der Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (RPG) von 2014 wurde ein Paradigmenwechsel der Siedlungsentwicklung festgelegt – von der Aussen- zur Innenentwicklung. Die Gemeinden sind dadurch verpflichtet Siedlungsgebiete besser zu nutzen und qualitativ aufzuwerten.

Im bestehenden regionalen Richtplan sind Gebiete der Innenentwicklung festgelegt. Darunter auch die Kurbetriebszone Valbella, die als Gebiet der Um- und Neustrukturierung eingetragen ist. Eine Um- und Neustrukturierung kann allenfalls auch zu einer Nutzungsänderung führen. Voraussetzung ist, dass die Schaffung und Sicherung von Räumen und Strukturen durch einen qualitätssichernden Planungsprozess begleitet werden. Genau dies packt die Gemeinde Davos nun gemeinsam mit der Eigentümerin der Liegenschaft an.

Neugestaltung Ortszentrum Davos Dorf
In einem offenen Wettbewerbsverfahren werden Lösungen für die Neugestaltung im Ortszentrum Davos Dorf gesucht. Bis Ende Juni werden die Beiträge der teilnehmenden Teams erwartet. Mit diesem Vorgehen suchen die Gemeinde Davos, die Rhätische Bahn AG, die Bergbahnen Davos Klosters sowie die Immobiliengenossenschaft Konsum die beste Lösung für eine neue Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs mit direktem Zugang zur Parsennbahn sowie eine Attraktivitätssteigerung des Zentrums.

Das Projekt wartet hierbei mit einem besonderen Reiz für die Wettbewerbsteilnehmer und ‑teilnehmerinnen auf: Die Kombination zwischen Freiraum und Mobilität ist eines der wichtigsten Beurteilungskriterien. Das Projekt muss aber nicht nur Verkehr und Begegnungszone kombinieren, sondern es müssen auch Parkierung, Gewerbe und Veranstaltungsmöglichkeit unter einen Hut gebracht werden. Die Auftraggeberschaft hofft auf ein Siegerprojekt mit einer attraktiven Gesamtlösung, die auch gleichzeitig die momentane Verkehrslage rund um das Seehofseeli verbessert. Der Wettbewerb wird im offenen Verfahren durchgeführt und dies nicht ohne Grund: Dieses soll auf grosses Interesse stossen, damit neue, vielleicht noch nicht gesehene Vorschläge eingereicht werden.

Die hochkarätige Fachjury setzt sich aus angesehenen Persönlichkeiten aus Architektur und Städtebau zusammen: Die Architekten Emanuel Christ, Stefan Kurath und Thomas Hasler sowie die Architektinnen Rahel Marti und Elli Mosayebi haben die Aufgabe, alle Wettbewerbseinreichungen zu beurteilen und zu bewerten.

An der Seite der Fachjury bilden Philipp Wilhelm (Landammann), Cornelia Deragisch (Gemeindearchitektin), Christian Florin (Rhätische Bahn AG), Vidal Schertenleib (Davos Klosters Bergbahnen AG) und Frank Kaufmann (Immobiliengenossenschaft Konsum) die Sachjury im Namen der Auftraggeberschaft. Damit können alle Interessen der Partner gleichwertig vertreten sein.

Bis Ende Juni können die Wettbewerbsbeiträge eingereicht werden. Das Wettbewerbsverfahren wird im Herbst abgeschlossen und das Siegerprojekt veröffentlicht werden. Das weiterentwickelte Projekt mit den Kosten sowie der notwendigen Zonenplanänderung wird im zweiten Halbjahr 2023 zuerst vor den Grossen Landrat, dann vors Volk

Zugehörige Objekte