Jahresrechnung 2025: Einmalige Belastungen führen zu negativem operativem Jahresergebnis 2025
Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Davos schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 4,1 Millionen Franken ab. Allerdings wird im operativen Ergebnis ein Aufwandüberschuss von 2,9 Millionen Franken ausgewiesen. Das erste negative operative Ergebnis seit 2011 lässt sich auf hohe einmalige Kosten zurückführen, die durch Volksentscheide ausgelöst wurden. Strukturell sind die Davoser Gemeindefinanzen hingegen weiterhin gesund. Im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen bei der Wohnraumförderung, dem Neubau des Spitalgebäudes sowie den beträchtlichen Investitionen in den Erhalt und die Weiterentwicklung der öffentlich finanzierten Infrastrukturen sind hohe Ertragsüberschüsse weiterhin zwingend notwendig.
Am 30. November 2025 hat die Davoser Stimmbevölkerung zwei Entscheide gefällt, welche die Jahresrechnung stark beeinflussen: Einerseits wurde die Entschuldung der Spital Davos AG über insgesamt 14,1 Millionen Franken angenommen. Die beschlossene Entschuldung der Spital Davos AG ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Davoser Gesundheitsversorgung. Dieses einmalige Geschäft wurde wie angekündigt vollumfänglich der Jahresrechnung 2025 belastet. Am gleichen Tag hat das Stimmvolk den Projektierungskredit für die Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf abgelehnt. Da das Projekt somit nicht realisiert wird, mussten aufgelaufene Projektierungskosten von rund 2 Millionen Franken ausserplanmässig abgeschrieben werden. Ohne diese einmaligen Posten hätte die Gemeinde Davos operativ einen Ertragsüberschuss von 13,2 Millionen Franken erzielt.
Um die Investitionen in die Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf zu bewältigen hat die Gemeinde Davos in früheren Jahren eine Vorfinanzierung über 6 Millionen Franken gebildet. Nach dem die Planungsarbeiten gestoppt wurden, wurde diese Vorfinanzierung aufgelöst. Mit diesen ausserordentlichen Erträgen resultiert im Gesamtergebnis ein Ertragsüberschuss von 4'073'016.68 Franken.
Sinkende Steuereinnahmen
Erst zum dritten Mal seit 2017 liegt der gesamte Steuerertrag unter dem Vorjahreswert (− 2,8 Mio. Franken), was mehrheitlich auf zeitliche Verschiebungen zurückzuführen ist. Rund 6,4 Millionen wurden durch Handänderungssteuern erzielt, was praktisch identisch mit dem Vorjahr ist. Der Gesamtertrag beträgt 150,4 Millionen Franken und ist aufgrund der aufgelösten Vorfinanzierung für die Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf leicht über dem Budget. Es sind auf übergeordneter Ebene diverse Steuerreformen mit potentiell weitreichenden Folgen geplant oder bereits umgesetzt (insbesondere kantonale Steuersenkung zur Entlastung von Familien und Fachkräften, Abschaffung Eigenmietwert, Einführung Individualbesteuerung). Der Kleine Landrat wird die Auswirkungen dieser Reformen wachsam und vorausschauend beobachten und bei Bedarf geeignete Massnahmen einleiten.
Hohe Budgetgenauigkeit
Die Aufwandseite summiert sich auf 146,3 Millionen Franken. Das übersteigt das Budget um 12,6 Millionen Franken, was sich wiederum mit der Entschuldung der Spital Davos AG und der Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf erklären lässt. Das Budget 2025 rechnete damit, die Entschuldung des Spitals in zwei Tranchen abzuwickeln. Das hätte aber zu zeitlichen Verzögerungen geführt, weshalb sich der Kleine Landrat für eine Abwicklung in einer einzigen Tranche entschied und dies bei der Präsentation des Budgets 2026 bereits so kommunizierte. Auch die ausserplanmässige Abschreibung der Projektierungskosten für die Verkehrsdrehscheibe Davos Dorf ist ein einmaliger Posten, welcher den Gesamtaufwand erhöht. Ohne diese beiden einmaligen Geschäfte läge der Gesamtaufwand bei 130,2 Millionen Franken. Der Kleine Landrat bedankt sich bei den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung für die erneut sehr hohe Budgetdisziplin.
Investitionen ohne Schuldenanstieg
Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Davos Nettoinvestitionen in das Verwaltungsvermögen von 22,9 Millionen Franken verbucht. Damit konnten 80 Prozent der budgetierten Nettoinvestitionen ausgeschöpft werden. Wie bereits budgetiert, liegen die Investitionen deutlich unter dem Rekordwert des Vorjahres und auch unterhalb des 10-Jahres-Durchschnitts von 26,6 Millionen Franken. Der Investitionsanteil beträgt jedoch immer noch 20,2 Prozent, was gemäss kantonaler Interpretation auf eine starke Investitionstätigkeit hinweist. In den kommenden Jahren wird das Investitionsvolumen voraussichtlich wieder steigen, da verschiedene Grossinvestitionen geplant sind und im Tiefbau-Bereich mit anhaltend hohen Ausgaben zu rechnen ist. In die Sacheinlagen des Finanzvermögens wurden weitere 4,8 Millionen Franken investiert. Das umfasst insbesondere die Schaffung von neuen Erstwohnungen. Davos wird also weiterhin für Bevölkerung und Gäste spürbar modernisiert bzw. weiterentwickelt.
Die Investitionen konnten zum grössten Teil aus der Erfolgsrechnung finanziert werden. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 78,9 Prozent, was dem budgetierten Wert von 81,9 Prozent ziemlich nahe kommt. Auch in der langfristigen Betrachtungsweise ist der Selbstfinanzierungsgrad trotz den hohen Investitionen erfreulich hoch (114,2 % im 5-Jahres-Durchschnitt bzw. 108,7 % im 10-Jahres-Durchschnitt). Auch 2025 konnten die Investitionen ohne Anstieg der Darlehensschulden finanziert werden. Im Gegenteil: Seit 2013 konnte knapp ein Drittel der Darlehensschuld abgebaut werden und der Bruttoverschuldungsanteil wurde von 175,4 Prozent (im Jahr 2011) auf 85,5 Prozent gesenkt. Das ist der tiefste Wert in der Davoser Geschichte, seit diese Kennzahl durch den Kanton erhoben wird (2004).
Vorwärtsstrategie fortführen
Wie in den Vorjahren ist die gute Arbeit der Gemeindeverwaltung zu betonen. Die Ausgaben im Sachaufwand bleiben trotz grosser Herausforderungen unter dem budgetierten Rahmen. Die geplanten Investitionen konnten grösstenteils realisiert werden, was sich in einem auch im Quervergleich hohen Ausschöpfungsgrad zeigt. Die Gemeinde Davos hat den Steuergeldern erneut grosse Sorge getragen und gleichzeitig zu neuen Erstwohnungen, einem modernen Parkleitsystem, Investitionsbeiträgen für das Spital, attraktiven Tourismus- und Freizeitanlagen, einem neuen Jugendtreff, der Modernisierung von Strassen sowie der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, energetischen Sanierungen und dem Schutz vor Naturgefahren und vielem mehr beigetragen. Mit diesen vielseitigen Investitionen und Aktivitäten unterstützt die Gemeinde Davos auch eine positive Wirtschaftslage.
Der Kleine Landrat möchte die Vorwärtsstrategie der vergangenen Jahre fortführen und das aktuelle Regierungsprogramm Schritt für Schritt umsetzen. Damit begegnet die Regierung den Herausforderungen von Bevölkerung und Wirtschaft proaktiv und treibt wichtige Zukunftsinvestitionen voran. Um die bevorstehenden Investitionen zu bewältigen ist jedoch weiterhin eine starke Ertragslage erforderlich.
Der Grosse Landrat wird die Jahresrechnung 2025 voraussichtlich an seiner Sitzung vom 2. Juli 2026 beraten. Die Sitzung ist öffentlich und kann vor Ort oder via Livestream mitverfolgt werden.
Zugehörige Objekte
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| Gemeinde Davos Jahresrechnung 2025 (PDF, 1.81 MB) | Download | 0 | Gemeinde Davos Jahresrechnung 2025 |
| Gemeinde Davos Jahresrechnung 2025 Abbildungen (PDF, 402 kB) | Download | 1 | Gemeinde Davos Jahresrechnung 2025 Abbildungen |
